Berichte/Features
Woche 50 / 12.12.-18.12.05 und Woche 52 / 25.12.-1.1.06 und Woche 02 / 9.1.-16.1.06
"HyperKult 14": AudioKult und Hypersound - Ästhetik und Kultur digitaler
Audiomedien
Ein Feature in zwei Teilen von Florian Grote, Universität Lüneburg
Vom 14.-16.7.2005 fand an der Universität Lüneburg die 14. Hyperkult, veranstaltet von der Fachgruppe "Computer als Medium" im Fachbereich "Informatik und Gesellschaft" der Gesellschaft für Informatik e.V zum weiten und aktuellen Themenbereich elektroakustischer Kunst statt. Zu Fragen der "Ästhetik und Kultur digitaler Audiomedien" gab es interdisziplinäre Beiträge von den verschiedensten wissenschaftlichen und künstlerischen Plateaus im Feld zwischen Komprimierungsverfahren, Klangsynthese, Sampling, Software-Tools, Creative Commons, Avantgarde-Pop, Spielemusik, Klangkunst, Soundkultur, aus Informatik, Kultur- und Medientheorie(n). Der Autor Florian Grote, selbst Mitglied im mitveranstaltenden Audioteam des Bereiches ((AUDIO)) Ästhetische Strategien an der Uni Lüneburg, diskutiert die vorgestellten Thesen und Ansätze anhand von Mitschnitten der gehaltenen Vorträge und Musikbeispiele und gibt somit einen kompetenten Überblick über die aktuelle Entwicklung digitaler Audiomedien und ihren Spiegel in Wissenschaft und Audiokunst.
Woche 51 / 19.12.-25.12.05 und Woche 01 / 2.1.-8.1.06
Ist Hinhören schon Komposition? Versuch über die Kunst der Wahrnehmung
Ein (radiophoner) Essay über die Ästhetik des Hinhörens von Uli
Aumüller
Wie klingt ein Kirschbaum? Das Summen der Wespen, die sich Stücke aus den reifen Früchten herausbeißen. Der Wind, der in
die Äste greift, der sogar die zwitschernden Vögel übertönt. Entfernt aus dem Tal das Dröhnen eines Zuges, und manchmal
das dunkle Pfeifen des nahen Fichtenwaldes.
Und wie klingt ein Bach? Aus 5 Meter Entfernung, aus einem halbem Meter oder nur einem Zentimeter?
Wie klingt ein Sommergewitter, zirpende Grillen, die Wellen die Wellen des Meeres, das Konzert der Vögel frühmorgens im Mai?
Und was hören wir, wenn wir diesen Geräuschen wirklich zuhören? Geistloses akustisches Material, das erst noch geformt und
gestaltet werden muss, oder enthalten die Geräusche, die uns alltäglich umgeben, bereits alle Schönheiten und Strukturen,
die einer nachträglichen kompositorischen Veredelung nicht bedürfen. Oder liegt es an der Art des Hörens, den Assoziationen
des Hörenden, dass ein rauschender Kirschbaum, ein plätschernder Bach schon wie Musik klingt in seinen Ohren?
Manuskript zur Sendung als pdf-Dokument.
Hören Sie auf diesem Sendeplatz Reportagen von Festivals, Symposien, Kongressen und Ausstellungen rund um die vielfältige Szene der elektroakustischen Kunst.