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Das
ISCM World Music Festival im DEGEM WebRadio

Täglich um 02:00 Uhr, 10:00 Uhr und 18:00 Uhr
"Short Cuts: Beauty"
Ein internationaler Wettbewerb
für elektroakustische Musik des ZKM
"Short Cuts: Beauty"
ZKM's International Competition
for Electroacoustic Music
Das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) ist mit dem eigens ausgeschriebenen internationalen Wettbewerb
für elektronische Musik "Short Cuts: Beauty" ein wichtiger Partner im World New Music Festival. Die "Short Cuts: Beauty" vermitteln
einen Einblick in die vielfältigen Konzepte von Schönheit in unterschiedlichen Kulturen.
Der Wettbewerb richtete sich an musikalisch kreative Menschen in allen Kontinenten und Regionen, die mit dem Computer Musik machen.
Gesucht waren kurze, 3 bis 8-minütige Stücke, in denen die KünstlerInnen ihr Verständnis von Schönheit durch drei Lieblingsklänge
darstellen bzw. verarbeiten. Der Fantasie der KomponistInnen waren dabei keine Grenzen gesetzt. Sie konnten Alltagsgeräusche
genauso wie Instrumentalklänge, Stimmen oder ganz andere Sounds verwenden. 200 Einsendungen aus über 30 Ländern gingen ein.
Die "Short Cuts: Beauty" präsentieren nicht lediglich unterschiedliche ästhetische Vorlieben, sondern die kulturellen Konzepte und
künstlerischen Visionen von Schönheit, in die sie eingebettet sind, hörbar machen. Die Kompositionen reflektieren damit das
Thema des Festivals: "grenzenlos" bezieht sich auf die vorhandenen und verschwindenden Grenzen zwischen Menschen aus
unterschiedlichen Kulturen, und fragt nach der Bedeutung der Kunst in diesem Zusammenhang. Kann Kunst dazu beitragen,
Grenzen zu überwinden oder zwischen ihnen zu vermitteln? Wie reagieren Künstler in verschiedenen Teilen der Welt auf
die Herausforderungen einer medialen, mobilen und interkulturellen Welt, welchen Zugang haben sie zu neuen Technologien und
Medien, wie beschreiben sie ihre Welt und ihre kulturelle Identität?
The Center for Art and Media (ZKM) in Karlsruhe is an important partner of the World New Music Festival. For "grenzenlos", the ZKM
put on an international competition in electroacoustic music entitled "Short Cuts: Beauty". "Short Cuts: Beauty" delivers an
insight into the multiple concepts of beauty from different cultures.
The competition was directed towards musically creative people throughout the world dealing with computer music. The ZKM looked for short pieces of 3 to 8 minutes in duration. The
works should represent the artists' concepts of beauty through three of their favourite sounds which can be arranged in any
way. The artists were invited to give their fantasy free reign. They could use everyday sounds, voices and whatever they like.
200 works from over 30 countries were submitted.
Thus, the compositions reflect the festival's topic: "grenzenlos" refers to the existing and diminishing borders between people
from different cultures and singles out the significance of art as a central theme. Is it possible for art to overcome existing
borders or to negotiate between them? How do artists in different parts of the world react to the challenges of media, mobility
and cultural tradition? Which kind of access do they have to new technologies? How do they define their cultural identity?
1. Preis / 1st Prize
Francis Dhomont (Frankreich / France)
"Corps et âme"
In "Corps et âme" verwirklicht Francis Dhomont meisterhaft einen der Grundgedanken des Wettbewerbs: Weniger ist Mehr. Die begrenzte
Anzahl des Ausgangsmaterials beschneidet Dhomont nicht im Geringsten; durch seine virtuose Klangbearbeitung schafft er eine
faszinierend vielfältige Höreindrücke und eine überragend packende Dramaturgie.
In "Corps et âme" Francis Dhomont demonstrates in an impressive way that limitation of material doesnÕt necessarily mean limitation of
expression. Thus, he meets one of the basic ideas of the competition. By processing sounds in an immensely virtuosic way Dhomont creates
a fascinating musical journey.
Shintaro Imai (Japan)
"Figure in Movement"
Mit archaischen klanglichen Mitteln, fernab jeder abendländischer oder morgenländischer Ideale, evoziert Imai Bilder einer
vorkulturellen musikalischen Welt, in der das Lokalkolorit gänzlich dem wuchernden Wachstum seines geräuschhaften Materials
untergeordnet wird. Schönheit ist bei ihm die Konsequenz, in der hier Landschaften vor Erscheinen des Menschen beschrieben werden Ð
als es noch keine Kontinente gab und alles Eins war. Das Werk besticht durch seine teilweise solistische Spontaneität der einzelnen
Klangebenen, ein Konzert der Zellteilung.
By using archaic sounds Ðfar away from either occidental or oriental ideals- Imai evokes images of a pre-cultural musical world in
which the local colour is completely subordinated by the rampant noisy material. For him, beauty is consequently described in
landscapes of pre-human times - when there were no continents and all was one. The work captivates by his spontaneity of the singular
sound levels, a concert of cell division.
Wilfried Jentzsch (Deutschland / Germany)
"Dream of B"
"Dream of B" von Wilfried Jentzsch überzeugt durch formale Prägnanz und ein gekonntes Gegenüberstellen von akustischen
Instrumenten und elektronischer Verarbeitung. Die Einbeziehung balinesischer Musik unterstreicht das Thema des Festivals: "Grenzenlos".
"Dream of B" by Wilfried Jentzsch convinces by formal conciseness and by a well-done juxtaposition of acoustic instruments and electronic
processed ones. By including Balinese music the thematic focus of the festival is emphasised: "Boundless / without borders"
Ailís Ní Ríain (UK)
"Street-Song"
Das Werk Street-Song von Ailís Ní Ríain besticht durch seine ikonenhafte Klänge und musikalische Form. Einem "Fellinischen" Film
gleich bilden die verwendeten Klänge eine Aura von Assoziationen und doch dekliniert sich dieses Material im Verlauf
der Form um sich kontrapunktisch zu verdichten und in immer neuen Kombinationen zueinander zu stellen. Einfachheit und
Intensität paaren sich in diesem Stück auf kongenialer Weise miteinander und erfüllt die vom Wettbewerb gewünschte Ebene der
"ShortCuts Beauty".
The work "Street-Song" by Ailís Ní Ríain captivates with its icon like sounds and musical form. Like a movie by Fellini the used sounds
evoke an aura of associations. The material, however, is declined in the course of the piece to be eventually concentrated in a
contrapuntal way and to be juxtaposed in ever new combinations. Simplicity and intensity are married in a congenial way. By this,
the piece achieves the level required by "ShortCuts Beauty".
Ana María Romano (Kolumbien / Columbia)
"agujeros"
Das Stück "agujeros" von Ana María Romano zeichnet sich dadurch aus, dass es zwar aus wenigen Klangmaterialien besteht aber
trotzdem eine Vielfältigkeit von Klangerlebnissen bietet. Besonders beeindruckend ist die Verwendung der Dynamik und der
Positionierung im Stereofeld als Mittel um eine nachvollziehbare Entwicklung des Werkes zu schaffen.
The piece "agujeros" by Ana María Romano stands out as the composer uses little sound material yet provides many different sound
experiences. The use of dynamics and the positioning of sounds in the stereo field are particularly impressive means to create a
traceable development of the work.
2. Preis / 2nd Prize
Sébastian Beranger (Frankreich / France)
"Le complexe de la goutte d'eau"
Beranger schafft es, aus dem Geräusch eines aufprallenden Wassertropfens eine musikalische Welt zu bauen. In ständiger Modellierung
dieses Klangs wird der Tropfen Ð als Sinnbild des aus dem Wasser kommenden Lebens Ð zur raumgreifenden Klangplastik überhöht. Mit
unzähligen Verfeinerungstechniken, Verfremdungen und Erweiterungen des klanglichen Spektrums führt Beranger fast schon Lehrbuchartig
vor, wie vielfältig und formstiftend die digitalen Mittel eingesetzt werden können. Eine ehrliche Musik, alles wirkt handgemacht.
Beranger creates a whole world out of the sound of a single falling water drop. In constant modulation of the sound the drop Ð
symbol of life that comes out of water Ð is elevated to become spatial sound sculpture. By refining, alienating and expending his
sound spectrum Beranger shows how versatile digital means can be used. An honest "handmade" music.
Balint Bolcso (Ungarn / Hungary)
"Farblos" (Colourless)
Balint Bolsco's Werk "Farblos" zeichnet sich durch ein enormes dramatisches Potential in Kombination mit einem ausgeprägten Sinn
für das Gestalten von klanglichen Verlaufsformen aus. Als einer der wenigen in dem Wettbewerb schafft er es mit dem begrenzten
Material orchesterartige Klangstrukturen zu erzeugen und sie mit ständigen Eruptionen versehen in eine Klimax hinein zu entwickeln.
Er beherrscht den Klang und erzeugt mit seinem Material eine beeindruckende Musik
Balint Bolsco's work "Farblos" (without colour) is characterised by an enormous dramatic potential combined with a distinct sense for
the shaping of the sound development. He manages to create orchestral sound structures, which he Ð under constant eruptions Ð
develops into a climax. With his command of sound and material he creates an impressive music.
Vytautas Germanavicius (Lettland / Lithuania)
"Sunset Arrays for prepared piano and computer"
In "Sunset Arrays for prepared piano and computer" gelingt es Vytautas Germanavicius Klavier und Live-Elektronik fein
auszubalancieren und zu verschmelzen. Die Gangart des Stückes wirkt bewusst monoton, bleibt aber doch tragfähig bis zum Schluss.
In "Sunset Arrays for prepared piano and computer" Vytautas Germanavicius succeeds to create a fine balance and merging of
the piano and the live-electronics. The pace of the music remains consciously monotonous but carries through right to the end.
Frank Niehusmann (Deutschland / Germany)
"Gasometer"
Frank Niehusmann zeigt herbe Schönheit: In seinem Stück stellt er klanglich die Weite des Raumes "Gasometer" dar und konfrontiert
diese mit Klängen der industriellen Produktion bzw. des Bergbaus. Unverfremded und direkt schafft er ein intensives Hörerlebnis,
das unter die Haut geht.
Frank Niehusmann shows austere beauty: In his piece he depicts the vastness of the industrial space of the "Gasometer" and confronts
it with sounds of industrial production and mining. Using these unprocessed and thus "un-alienated" he creates an intensive
listening experience which affects directly.
Antonio Russek (Mexiko / Mexico)
"Canica 1"
Mit drei kurzen Klängen bildet Antonio Russek in "Canica 1" eine miniature Klangwelt voller Bewegung und Kraft.
With three short sounds Antonio Russek creates a miniature world of sound and power.
3. Preis / 3rd Prize
Claudio Perugini (Italien / Italy)
"Pythagorean"
In einer Zeit in der synthetisierte Musik Seltenheitswert bekommen hat erweist sich Peruginis Idee als originell und wirkungsvoll.
Mit den in dem Stück verwendeten pythagoreischen Proportionen als Grundlage für synthetisierte Spektren erzeugt er eine faszinierende
Klangwelt, die manchmal oberflächlich scheinend die Idee von Schönheit doch sehr überzeugend über das Material inhärent transportiert.
In a time where synthesized music has reached some kind of scarcity value PeruginiÕs idea proofs to be original and striking. By
utilising Pythagorean proportions as a basis for synthesised spectres he creates a fascinating world of sound, which, though
sometimes seemingly superficial, transports the idea of beauty inherently via the material.
Victor V. Pushkar (Ukraine / Ukrainia)
"Pushkar lake"
"Pushkar lake" von Victor V. Pushkar steht stellvertretend für eine Reihe von Stücken aus dem Umfeld von Elektronika/Ambient/Drones.
"Pushkar lake" wirkt erfrischend unprätentiös und authentisch.
"Pushkar lake" by Victor V. Pushkar represents a number of pieces from the genre Electronica/Ambient/Drones. "Pushkar lake"
is refreshingly unpretentious and authentic.
Pei-Yu Shi (Deutschland/Taiwan - Germany/Taiwan)
" Liu An Hwa Ming" (Dunkle Weiden und blühende Blumen - dark meadows and blooming flowers)
Die Komponistin vermittelt hier gemäß der Wettbewerbsausschreibung zwischen der westlichen und östlichen Hemisphäre durch gezielt
unterschiedlich gestaltete Toneigenschaften. Ihr musiklyrischer Ansatz erfährt in der überzeugend kunstfertigen Verarbeitung von Pipa-
und Klarinettenintonation einen tatsächlich weltläufigen Ansatz: Couleur locale als klangliche Grundeigenschaft.
The composer mediates between Western and Eastern hemisphere by consciously chosen timbres. Her lyrical approach turns
into a somewhat international one; pipa and clarinet sounds are used as landmarks. Couleur locale as basic sound attribute.
Jan Stoltenhoff (Deutschland / Germany)
"Bin ich schön?" (Am I beautiful?)
Ein Mann, eine Frau, ein Kleiderschrank. Mit minimalistischen Mitteln erzählt Jan Stoltenhoff eine alltägliche Geschichte und wirft
die essentielle Frage auf: Was macht schön? Stoltenhoffs Wahl des Materials ist naheliegend und geradezu simpel und doch
innerhalb der eingereichten Beiträge einzigartig.
A man, a woman, a wardrobe. Using minimalistic means Jan Stoltenhoff tells an everyday story and brings up an essential
question: How is beauty created? StoltenhoffÕs choice of material is obvious and simple, yet among the submissions singular.
Eldad Tsabary (Kanada / Canada)
"In the Eye of the Believer"
Die Aufgabe des Wettbewerbs Short Cuts war ein Verständnis von Schönheit durch drei Klänge darzustellen. In seinem Stuck "In
the Eye of the Beholder" erlangt Eldad Tsabary die Auseinandersetzung mit Schönheit durch eine unorthodoxe Lösung, die aber
letztendlich bewegend und einfach schön ist.
The task of the competition was to depict an idea of beauty using three sounds. In his piece "In the Eye of the Believer" Eldad
Tsabary achieves this by a somewhat unorthodox solution which in the end moving and simply beautiful.
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