ZKM | Musik Aktuell
Woche 51 / 18.12.-24.12.06 - Woche 52 / 25.12.-31.12.06
Gerhard Stäbler
Sendung 1:
edition ZKM / WERGO
CD 06:
Gerhard Stäbler: Karas.Krähen (22:37)
Mayumi Miyata spielt Gagaku (14:39)
Gerhard Stäbler: Palast des Schweigens (25:42)
CD 07:
Elena Kats-Chernin: Unceremonious Processions: 15 short studio pieces (45:25)
Sendung 2:
CD Deutscher Musikrat Edition Zeitgenössische Musik / WER 6516 2 / Erscheinungsjahr: 1993
fallen, fallen ... und liegen und fallen 27:21
für Mezzo-Sopran, Akkordeon, Tuba (1988/89)
No. 1 Blume 04:56
Buchstabe D (Takt 65) 02:10
No. 2 Sprachgitter 07:02
No. 3 Schneebett 01:26
No. 4 Nacht 03:27
No. 5 Argumentum e silentio 01:06
Buchstabe Q (Takt 257) 02:34
Takt 314 00:47
Buchstabe T (Takt 268) 02:06
Zu-Stück denk dir 01:43
Christine Whittlesey, Sopran - Teodoro Anzellotti, Akkordeon
Daniel Chambard, Tuba - Ltg. Gerhard Stäbler
Zeitsprünge 16:27
für Akkordeon und Schlagzeug (1990)
Buchstabe A 06:37
Buchstabe H 06:11
Buchstabe P 03:38
Rainer Römer, Schlagzeug - Teodoro Anzellotti, Akkordeon
Ungaretti-Lieder 14:15
für Stimme und Schlagwerk (1990)
I Soldaten 07:24
II Wenn mein Bruder 03:38
III Landstreicher 02:47
Christine Whittlesey, Sopran - Rainer Römer, Schlagzeug
Martá Fábián, Cymbalon
Sein gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein und seine politische Wachheit artikuliert Stäbler
in einer überaus vielschichtigen und bedeutungsreichen Musiksprache. Er zielt auf eine universale
Semantisierung möglichst aller Momente des Tonsatzes. Stäbler geht höchst genau und konstruktiv mit
Musik um und spürt dem Widerhall des Weltlaufs bis ins Material nach.
Das zeigt sich in einem weit gefächerten, originellen Spektrum von Stoffen, Themen und Verfahrensweisen
einer Codierung, die ihrerseits die Töne zum Sprechen über die Welt bringt. Emotionale Teilnahme ist
Voraussetzung, rational gefasste Stellungnahme ist die Konsequenz. Ernst und Engagement sind dabei oft
mit Spielerischem und Witz gepaart.
Durchweg bevorzugt Stäbler allmähliche, konzentrierte Abläufe. Sie basieren mehr auf Parataxe, auf
Montage eines Neben- und Nacheinander von verschiedenen Blöcken und Elementen, und weniger auf Hypotaxe,
dem Prinzip der Unterordnung und klassisch-organischer Entwicklung.
Immer wieder öffnet er aber auch die dichte homogene, manchmal fast monadische Struktur seiner Werke
für 'Ausblicke' nach drau§en, für 'Realien', für Einsprengsel von Heterogenem: sei es in Gestalt von
dokumentarischem 'Originalton' oder von musikalischen Zitaten, die er als Fremdes und Anderes kenntlich
macht - so etwa eindringlich in der Tonband-Schicht der Celan-Gesänge. Wie in einem Kippbild wechselt
dann, je nach Blickwinkel, die Hervorhebung der drastischen Realien oder der subtileren mikrologischen Abläufe.
Hanns-Werner Heister
Hören Sie Mitschnitte aus dem vielfältigen Konzertbetrieb im ZKM-Kubus sowie künstlerische Eigenproduktionen des ZKM | Institut für Musik und Akustik.